Zu alt Bass zu lernen?

Bin ich schon zu alt, um mit dem Bass Spielen anzufangen?


Regelmäßig hör ich von potentiellen SchülerInnen das sie sich eigentlich schon zu alt zum Bass lernen finden. Entweder hat ihnen den Floh jemand ins Ohr gesetzt oder sie glauben an alte Weisheiten, wie das man ein Instrument in jungen Jahren beginnen muss, damit es überhaupt was wird.

Doch stimmt das? Ist man wirklich im Erwachsenenalter schon zu alt, um mit dem Bass zu starten?

In diesem Video möchte ich mal auf ein paar Vorurteile und Behauptungen oder auch Ängste eingehen, die ich oft bei erwachsenen Schülern höre und schauen oben da was dran ist oder eben nicht.

Denn vielleicht findest du dich bei der ein oder anderen Sache wieder und denkst nach diesem Blog/Video: 

"Stimmt, das dachte ich und eigentlich bin ich dafür nicht zu alt."

Was Hänschen nicht lernt...


Das dieser Spruch schon oft widerlegt worden ist und trotzdem so fest in vielen Köpfen festsitzt, ist verwunderlich.

Ja es stimmt das in jungen Jahren das Gehirn, was die Neuroplastizität angeht, seinen Peak erlebt. Wir reden hier aber von der Zeit bis zur Pubertät. Das dürfte bei den meisten von uns schon rum sein.

Es ist aber erwiesen das der Mensch bis ins hohe Alter in der Lage ist neue Fähigkeiten zu erlernen und neue Synapsenbahnen aufzubauen. 

Der Bass mag körperlicher als eine Blockflöte sein, aber ansonsten geht es beim Bassspielen viel mehr um den Kopf, als um eine körperliche Fitness. Daher kann man auch wenn man sich körperlich nicht mehr in den besten Jahren wähnt, locker mit dem Bass anfangen. 


Wenn man jung ist, denkt man da weniger drüber nach


Da ist schon eher etwas dran.

Häufig erlebe ich mit erwachsenen Schülern das Sachen wenig Zeit gegeben wird und Vieles "zerdacht" wird.

Ein Musikinstrument lernen erfordert das ich Sachen verstehen muss und das ich Sachen umsetzen muss.

Mit dem Verstehen tun sich meist Erwachsene leicht. (z.B. die Zählweise von 8tel Noten oder bei welchen Zählzeiten bei einem gewissen Rhythmus gespielt werden muss.)

Doch muss das was ich verstanden habe, auch umgesetzt werden. Es ist die eine Sache verstanden zu haben :"ich muss bei 1, 2und, und 4 anschlagen." Aber eine andere dies umzusetzen. 

Dabei erlebe ich oft das erwachsene Schüler schnell verwirrt sind, das sie zwar wissen wie's geht, es aber nicht sofort umsetzen können.

Da haben jüngere aufgrund ihrer Lebensphase einfach einen Vorteil Sie sind ständig damit konfrontiert etwas Neues, das sie noch nicht kennen und können, lernen.

Dabei habe ich bis heute nicht feststellen können, das jüngere Bassschüler den erwachsenen Schülern da vorraus sind. Es ist sogar eher so das erwachsene Schüler meist schneller lernen.

Falsche Vorstellungen - Was will ich eigentlich?



Um der Mozart am Bass zu werden, wäre es bestimmt von Vorteil gewesen schon im Kindesalter angefangen zu haben.

Doch ist das wirklich das Ziel?

Ja klar, je mehr Zeit ich in meinem Leben für etwas aufbringen konnte, desto besser werde ich es bestimmt können.

Doch wollen die meisten von uns nicht "einfach nur" gut Bass spielen können?

Also sicher gute Grooves spielen, sich sicher auf dem Griffbrett bewegen, Songs spielen, in einer Band bestehen, auf der Bühne stehen. 

Dafür reicht auch die Zeit die ich im Erwachsenenalter aufbringen kann, noch locker aus. 

Vorteile erst im Erwachsenenalter zu starten


Und es hat ja auch seine Vorteile wenn man erst später zum Bass findet.

So ist zum Beispiel das abstrakte Denken bei Erwachsenen besser ausgebildet, was beim Erlernen der Noten sehr hilfreich ist.


Die Motivation, stelle ich bei erwachsenen Schülern oft fest, ist höher. "Ich wollte das schon immer mal machen, jetzt mach ich das."


Und erwachsene Schüler wissen oft sehr genau wo sie hinwollen. "Ich möchte Bass in einer Classic Rock Band spielen." "Ich möchte..." 

Das hilft sowohl dem Schüler (der Schülerin), weil er(sie) ein klares Ziel hat. Als auch dem Basslehrer.

Das ist meine Zeit - Genießen und Spass haben


Das wichtigste wie immer zum Schluß.


Für viele von euch wird der Bass ein Hobby sein. Und klar ist es gut sich Ziele zu setzen (bis Ende des Jahres 10 Songs spielen können usw.), doch ist es genauso wichtig die Zeit am Instrument zu genießen.

Für mich ist bis heute die Zeit die ich am Bass verbringe Quality Time. Zeit die ich für mich habe und die ich genieße.

Oft ist es gut mal nicht auf den Berg vor dir zu schauen, sondern zurückzuschauen was du alles schon erreicht hast.

Dreh den Bass einmal um: So hast du mal angefangen.

In diesem Sinne: Let the Bass Love rule.

  • mittlerweile bin ich nun schon 78 Jahre alt und fange erst jetzt an E-Bass zu lernen Mit anderen Senioren spielen wir Blues und Country auf Gitarren, aber eine Bassbegleitung fehlte uns. Macht Spaß weiter zu lernen.
    Altermann Michael

  • Hallo Alex
    Ich hab deinen crash Kurs besucht und auch ein paar deiner Tutorials angeschaut und nachgespielt. Hab vor ca . 1 Jahr (mitten im lockdown) begonnen, mich für den Bass zu interessieren. In den Jahren 1979 – 1990 war ich selbst Mitglied einer BigBand (Sax, cl, fl) und hab daher schon einige Vorkenntnisse im Bezug auf Takt und Notenwerte, NUR: das Lesen der Bassnoten bereitet mir enorme Schwierigkeiten, hab daher bis jetzt nur nach tabs gespielt. Ich überlege daher auch ernsthaft deinen Bass Unterricht zu besuchen.
    Die ruhige und leicht verständliche Art, wie du das Ganze erklärst ist toll!!

  • Hi Alex, man ist eigentlich nie zu alt etwas Neues zu erlernen. Es kann aber plötzlich mal zu spät sein. Ich nehme mich als Beispiel; Ich bin ein ü 72-jähriger und habe mich vor wenigen Wochen bei dir zum Grundkurs angemeldet. Rhythmus und Notenlesen ist für mich nicht wirklich ein Problem. Aber das, was ich auf dem Blatt lese, gleichzeitig auf den Bass zu bringen, ja da merkt man schon das Alter. Aber das ist ja das Tolle, ich lerne etwas Neues (versuche es wenigstens) und mein Hirn hat tägliches Training. Und ich fühle mich wieder etwas jünger. Und klar, es ist auch nicht mein Ziel in einer Band zu spielen. Einfach für mich zum Plausch. Meine Söhne haben jedenfalls gesagt, „chapeau“. Liebe Grüsse aus Basel Mario

  • Kurz und knapp: Zu Alt gibt’s nicht ( Ich 63 ) ! Und erstrecht nicht wenn man so einen Musiklehrer hat wie Dich. Der einzige Nachteil ist, das ich leider nicht in der Nähe von Nürnberg wohne,
    sonst würde ich sofort Unterricht bei Dir nehmen. Aber da Du es auch online so gut und verständlich rüber bringst ist das auch kein Problem. Mein Weihnachtsgeschenk wird der Einsteigerkurs
    sein. Ich werde zwar kein Victor Wooten oder Marcus Miller mehr, aber das ist nicht wichtig. Spass muss es machen !!! Und dank Dir tut es das !!!

  • Wenn man Leidenschaft für etwas entwickelt ist man nie zu alt! Ich habe durch meine Tochter jetzt erst mit 47 angefangen und bin total begeistert! Ich spielte vor 25 Jahren E-Gitarre und „ärgere“ mich jetzt etwas damals nicht schon den E – Bass für mich entdeckt zu haben. Naja, dann eben jetzt 😊

  • Also ich habe vor wenigen Monaten angefangen Bass zu lernen. Ich bin 58 Jahre alt und wollte endlich damit anfangen, das Instrument zu lernen, das mich seit Jahrzehnten fasziniert. Es macht enorm viel Freude und ich lasse mir natürlich auch die Zeit, die ich brauche. Beruflich bin ich sehr eingespannt aber trotzdem findet sich die Zeit für die ein oder andere Übung. Alex bietet ja tolle Videos, mit denen man immer ein Stück weiter kommt. Selbst wenn die Zeit nicht da zu sein scheint und ich gestresst vom Job komme, ein paar tiefe Töne und schon geht es mir besser und der Stress weicht der Freude. Also, an die Bässe, fertig, los!

  • Ich ärgere mich eigentlich nur darüber, dass ich in meiner Kindheit kein Interesse an einem Instrument gezeigt habe. Vor drei Jahren habe ich, mit einem guten Lehrer, versucht Gitarre zu lernen. Allerdings fehlte mir durch meinen Beruf die Zeit zu üben. Kam auch mit den sechs Saiten nicht so zurecht. Vor einem Jahr habe ich mir dann einen Bass gekauft und habe Spaß daran. Ich habe zwar immer noch nicht so viel Zeit, aber durch Deine Videos, kann ich immer wieder neu einsteigen. Übrigens, ich bin 55 Jahre jung..

  • hallo zusammen
    ich habe mit 28 begonnen schlagzeug zu spielen. irgendwann fühlte ich aber, dass diese zeit vorbei ist. dann mit 50 in einen klassischen konzertchor. welches erleben, was mit 100 stimmen alles möglich ist! das vereinsleben und deren „regeln“ war aber für mich als freigeist nicht soooo toll. aber es war eine schöne erfahrung. nun mit 55 e-bass und ja, auch ich habe mich schon geärgert, dass ich nicht viel früher auf dieses tolle instrument gekommen bin. alles hat seinen grund, denn mit 55 bringe ich nun die hartnäckigkeit auf, die mir mit 20 sicher gefehlt hätte. damals war eher s,d,r+r angesagt, als was seriös zu lernen. es macht spass und manchmals muss ich mir auch heute noch einen tritt in den a geben um seriös die übungen zu machen!

  • Hallo Alex
    mit 63 viel mir eine ungenutzte Gitarre in die Hände, habe über einen Internetkurs die ersten Schritte gelernt, schon bald in einer irischen Musikgruppe die ersten Lieder mit gespielt, bin immer dran geblieben, im Frühjahr 21 habe ich einen Basskurs für Anfänger bei Dir belegt und gemeinsam mit meinem Kumpel kleine Auftritte gehabt, sicher nicht perfekt, aber es macht Spass,
    Täglich habe ich eine Klampfe in der Hand und übe weil es Freude bereitet. Jetzt werde ich bald 70 und es war das beste was ich machen konnte

    • Hallo Ulrich.

      Das klingt richtig gut. Vielen Dank für deinen Kommentar und das du das mit uns geteilt hast.
      Viel Spass und Erfolg weiterhin.

      LG Alex

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