Bass lernen ohne Noten

Muss ich Noten lesen können, um ein guter Bassist zu werden?


Achtung Spoiler Alarm, aber gleich zu Anfang: Nein du musst nicht zwingend Noten lesen können, um Bass zu spielen. Man muss ja auch nicht schreiben und lesen können, um sprechen zu können, oder? 

Außerdem gibt es ein Reihe von guten Musikern, die nach eigenen Angaben, keine einzige Note lesen können.

Also warum sollte ich mir das mit dem Noten dann antun?

In diesem Blog möchte ich dir zeigen warum wir uns mit Noten oft so schwer tun. Ob es schwierig ist Noten zu lernen und ob es das überhaupt braucht.

Warum die meisten keinen Bock auf Noten haben.


Für die meisten hört der Spass beim Bass Spielen auf sobald Noten ins Spiel kommen.

"Das hab ich in der Schule schon nicht kapiert." oder "Spiel mal vor ich komm dann schon rein. Mit Noten dauert das bei mir ewig." Sind so die klassischen Sprüche die kommen, wenn jemand Noten vorgesetzt bekommt.


Und ja Noten lesen zu können ist kein "Must have" für einen Bassisten. Zumindest bei den meisten von uns. Wenn du Profi werden willst und z.B. bei einem Musical spielen willst, wirst du ohne Noten lesen zu können wahrscheinlich nicht weit kommen.

Aber die meisten Bassisten kommen ohne die Notenlesekunst durchs Leben.

Sogar eines meiner großen Idole, Pino Palladino, kann nach eigenen Angaben, keine einzige Note lesen.


Und was bei vielen noch tief sitzt ist dieses Trauma Notenlehre aus der Schulzeit.

Auch ich habe damals in der Schule beim Thema Noten kein Land gesehen. 

Aber das hat auch einfach damit zutun, das ich damals kein Instrument gespielt habe und daher auch keinen praktischen Zugang gefunden hatte. So wie wahrscheinlich viele von euch auch.

Ein Trauma das tief sitzt.  

Warum ist Noten lesen auf Bass und Gitarre so unbeliebt?


Bei vielen hat das Thema Noten lesen und schreiben können einen gewissen Klassik Mief. 

"Noten? Das brauchen die Klassiker. Wir Rocker spielen aus dem Bauch."


Aber auch der Aufbau unseres Instruments ist nicht sonderlich hilfreich, um es einfach nach Noten zu spielen. Oft existiert der gleiche Ton 2 oder 3 mal. Da sind TABs für viele zugänglicher.


Da fällt mir noch der alte Gag ein:

"Wie bringt mein einen Gitarristen dazu, aufzuhören mit spielen? Man legt ihm Noten vor."


Was bringt es mir Noten lesen zu können?



Doch warum ist es dann doch vielleicht gar nicht so schlecht, zumindest die Grundprinzipien des Notenlesens draufzuhaben?


Zuerst: Noten lesen ist nicht gleich Noten lesen, dazu aber im nächsten Kapitel mehr.


Ich finde trotz aller Barrieren lohnt es sich für die meisten, sich zumindest mit den Grundzügen des Notenlesens vertraut zu machen.


Ein ganz wichtiger Punkt ist, das es bis heute die einzige wirkliche umfassende Möglichkeit ist, Musik aufzuschreiben. TABs können nur einen Anhaltspunkt geben, aber spätestens beim Rhythmus sind die TABs nur eine grobe Orientierung. Und die TABs geben auch nur eine Möglichkeit an wo man die Töne spielen kann. 


Mir persönlich hat es extrem geholfen viele musikalische Sachen besser zu verstehen. 

Z.B. versteh ich ein Rhythmus vielleicht beim Hören nicht, kann ihn aber durch das Lesen besser nachzuvollziehen. Oder: die Form bzw. Struktur eines Songs wird mir bewußter und versteh ich besser, wenn ich es mal aufgeschrieben gesehen habe.


Außerdem hat es mir extrem geholfen das Instrument besser zu verstehen. Einfach weil ich gewisse Sachen mir über einen Weg mehr erarbeiten konnte.

Stichwort: Lernen über mehrere Kanäle.


Wenn du Noten bzw. die Grundzüge des Notenlesen kannst, ist es dir möglich spontan in einer anderen Band auszuhelfen. Entweder weil die Band Noten hat oder weil du dir Notizen via Noten für das Programm der Band machen kannst. (Wer schon mal innerhalb kürzester Zeit sich ein Programm draufschaffen musste, weiß was ich meine.)


Und du hast mit der Fähigkeit Noten lesen zu können, Zugang zu einer ganzen Menge von Musik zu der es vielleicht noch kein YouTube Tutorial gibt. 


Ganz zuletzt kann es die Kommunikation in der Band oder mit Mitmusikern allgemein vereinfachen. Wenn man vom "Achtelrhythmus" spricht oder "nach 8 Takten kommt..." oder "der Kick kommt auf die 3".

Noten lesen können, ist nicht gleich Noten lesen können.


Um mal mit einer Sache aufzuräumen: 

Es ist ein himmelweiter Unterschied ob ich Noten lesen kann, also verstehe was da abgeht wenn ich ein Notenblatt vor mir sehe, und der Fähigkeit Noten sofort vom Blatt lesen zu können.

Noten sicher vom Blatt spielen zu können, braucht extrem viel Übung.


Mir geht es hier einfach darum das man prinzipiell Noten versteht und damit was anfangen kann.


Und es ist ja auch ein Unterschied ob ich das 

oder das 

als Noten vor mir habe. 


Sowohl in meinen Kursen als auch bei meinen YouTube Tutorials bzw. Blogs hier auf der Homepage, benutze ich Noten/TABs. Einfach weil es eine Möglichkeit ist, das man die Bassline, Übung o.ä. vor sich hat. 

Klar man kann mir auch auf die Finger schauen, darum sind es ja auch Videos und ich erklär deswegen ja auch was ich mache.

Aber wenn du dich drauf einläßt parallel die Noten mitzulesen, lernst du (gerade in meinem Einsteigerkurs) das Noten lesen nebenbei mit. Ich benutze ja auch immer beide Systeme (Noten und TAB) damit jeder sich seine ideale Version raussuchen kann.


Und wenn du prinzipiell weißt wie man einen Rhythmus notiert, kannst du dir für ein paar Songs das notieren und hast das für das nächste Mal parat.

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  • Hmmh, ich glaube, dass genau der Punkt getroffen ist in diesem Video.

    Aber erstmal: Hallo Alex, ich bin Axel und habe mich vor einigen Tagen entschlossen, nun endlich richtig Bass zu lernen.
    Seit einiger Zeit treibt mich der Gedanke um. Auch wenn ich bereits im reiferen Alter bin (gehe mit ziemlich großen Schritten auf die 60 zu), will ich das Thema Musik neu angehen.
    In meiner Jugendzeit hab ich mal angefangen mit Gitarre, Bass in der Schulband, irgendwie aber immer so ein „Rumgestümper“.
    Nun bin ich aber zu dem Schluss gekommen, dass ich wirklich Bass lernen und vor allem spielen will.
    Ist mir erst jetzt so richtig klar geworden, dass etwas anderes als der Bass nicht in Frage kommt und ich jetzt, wenn auch spät, endlich „in die Hufe“ kommen will.
    Dabei ist es, nach allem was ich früher weggedrückt habe, wie zum Beispiel Noten und regelmäßiges üben, aufgefallen, dass genau diese Dinge essentiell sind und den Spaß eben nicht trüben..
    Ich gebe Dir 100% Recht, man muss nicht unbedingt Noten können, aber es erleichtert die Sache. Schon allein aus dem Grundsatz „gemeinsamer Zeichenvorrat“ für die Kommunikation.
    Mittlerweile glaube ich sogar, dass die kontemplative Wirkung von Tonleiter rauf und runter einen echt wieder „erden“ kann, nach einem anstrengenden Arbeitstag.

    Mal sehen was wird, Freitag kommt mein Bass und los geht’s.
    Ich glaube, ich starte erst mal mit dem Crash-Kurs, dann sehen wir weiter.
    Danke auf jeden Fall für das Engagement und die didaktisch gelungene Aufmachung Deiner Website und der Videos. So schön unaufgeregt (passt für mich „Anfänger-Opa) 😉

    Beste Grüße aus Bonn,

    Axel

    • Hallo Axel,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Freut mich immer eure Meinungen / Gedanken zu hören.

      Erstmal herzlich willkommen in der Bass Gemeinschaft. Eine gute Entscheidung von dir nun mit dem Bass durchzustarten.

      Genau wie du es sagst, war auch mein Anliegen was ich im Video/Blog rüberbringen wollte. Wirklich essentiell ist es nicht, aber es vereinfacht es an der ein oder anderen Stelle, wenn man sich ein wenig mit dem Notenschreiben/lesen auseinandersetzt.

      Jetzt wünsch ich dir viel Spass und Erfolg mit deinem neuen Bass.

      LG Alex

  • Hallo Alex,

    Noten lesen, da war doch was!
    Ich heisse Gerhard. Bin lange um das Thema “man müsste ein Instrument spielen können“ rumgeschlichen. Ging als Kind (so 10-12 Jahre jung) leider schief, weil ich in einem kleinen Kaff in einer Klasse mit 10-15 Schülern war und der Lehrer sich um alle Stufen gleichzeitig kümmern musste. Damals war es so eine 3 1/2 Oktaven Hohner Orgel.

    Nun bin ich beim Bass gelandet, habe mir ein schönes Instrument gekauft, Combo, Speaker, Topteil – bin also in der Theorie bestens ausgerüstet. War zwar so nicht nötig, macht aber sauviel Spass.

    Nach deinem kostenlosen Einsteigerkurs habe ich nun vor ein paar Wochen den richtigen Kurs gebucht und stehe am Anfang. Ich sehe es schon sehr ähnlich wie du, das es durchaus von Vorteil ist Noten lesen zu können und habe auch vor zumindest die Grundzüge zu lernen. Da ich relativ kleine Hände habe, ist es für mich schonmal eine Herausforderung über zwei Bünde die E Saite zu erreichen – wie z.B. im Viedeo 3 und 5. Wie auch immer – bin motoviert. Mal sehen, oder besser hören was draus wird.

    Allerbassigste Grüße
    Gerhard aus Stuttgart

  • Hab‘ mich in deinem Statement voll wiedergefunden. Es ist entspannend, das vom Profi so zu hören („es geht auch ohne, aber nützt schon“).

    Für einen eher technisch, logisch gepolten Menschen wie mich ist die Kreativität der Musiker teilweise herausfordernd: Noten werden im Bassschlüssel versetzt zum Violinschlüssel geschrieben (c im 2. statt 3. Zwischenraum), Ebass-Noten werden nochmal eine Oktave versetzt zu Klaviernoten dargestellt, die gleiche Note (Frequenz) kann zwei Bezeichnungen haben und natürlich das H-/B-Drama…

    In den ersten (langsamen) Übungen des Grundkurs ist es mir noch gelungen, die Notenzeile zu lesen und in Griffe umzusetzen. Das habe ich aber schnell aufgegeben, weil es in Echtzeit nicht funktioniert hat – da helfen die Tabs enorm. Aber die Tabs erzählen halt nicht die ganze Story, wie du schön erläutert hast.

    • Hallo Jochen.

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Ja in den Noten steckt viel drin und daher braucht es auch ein Stück bis man den Notentext flüssig in Musik umsetzen kann. Die Kombination TAB und Noten ist für Viele eine große Stütze und natürlich auch sehr legitim.

      Viel Spass und gutes Gelingen weiterhin mit dem Kurs.

      LG Alex

  • Hallo Alex,
    ich habe mit 12 Jahren angefangen Akkordeon zu spielen. Da musste ich Noten lernen, denn es gab/gibt dazu keine Tabs und man spielt vom Blatt (vor allem im Akkordeonorchester). Das gleiche war dann 6 Jahre späte beim Orgelspiel lernen. Ein paar Jahre später (mit einer Pause von 38 Jahren) spielte/spiele ich E-Bass. Dazu habe ich mir dann auch noch die Bassnoten beigebracht. Ich bin froh, Notenlesen zu können und auch zu wissen, welche Noten sich hinter den Akkorden verbergen, z.B. bei A-Dur wird eben aus f ein fis, aus g ein gis und aus c ein cis. Dieses Wissen brauche ich, wenn ich nicht nur auf Tabs und YouTube-Videos angewiesen sein will, z.B. wenn ich in einer Band nach einem Leedsheet spielen muss oder ich möchte ein Stück nachspielen, wo davon eben nur Noten existieren.
    Wenn ich Noten und Notenwerte, Pausenzeichen und Akkorde lesen kann, dann bin ich einfach unabhängig und vielseitig. Außerdem denke ich, dass die wenigsten von uns musikalisch so begabt sind, dass sie alles nach Gehör spielen können.

    • Hallo Rolf.

      Da hast du vollkommen recht. Gerade das verstehen der Theorie (A Dur 3# Vorzeichen, daher cis, fis, gis) hat sich mir viel über die Notenschrift erschlossen. Aber es ist auch ein langer Weg bis man darin fit ist. Da hast du natürlich mit deiner musikalischen Vorbildung große Vorteile.

      LG Alex

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